Wo Schiffe zum Greifen nah sind
Es gibt nur wenige Orte an der Kieler Förde, an denen sich die Größe der Schifffahrt so unmittelbar erleben lässt wie an der Nordmole. Hier ziehen die Schiffe nicht irgendwo am Horizont vorbei – sie gleiten scheinbar zum Greifen nah durch das Wasser. Vom kleinen Segelboot bis zum riesigen Containerschiff, von der Fähre bis zum Marineschiff verändert sich die Szenerie beinahe im Minutentakt.
Der Blick reicht über die Kieler Förde bis hinaus auf die Ostsee. Gleichzeitig öffnet sich direkt neben der Mole der Eingang zum Nord-Ostsee-Kanal. Wer hier steht, erlebt einen Ort, an dem Schiffe aus aller Welt aufeinandertreffen und ihren Weg zwischen Nordsee und Ostsee fortsetzen. Kaum ein anderer Platz macht diese Verbindung so sichtbar.
Seit vielen Jahren, für manche sogar seit Jahrzehnten, kommen Menschen immer wieder an die Nordmole. Manche verbringen hier nur wenige Minuten, andere ganze Nachmittage. Sie beobachten die vorbeiziehenden Schiffe, verfolgen ihre Ankunft oder Ausfahrt und genießen den besonderen Blick auf die Förde. Für viele gehört dieser Ort fest zu Kiel – ein Platz, an dem sich die Faszination der Schifffahrt Tag für Tag aufs Neue erleben lässt.
Gerade deshalb fasziniert mich die Nordmole immer wieder. Jeder Besuch ist anders. Das Licht verändert sich, der Himmel, das Wasser und mit ihnen die Stimmung. Mal verschwindet ein Schiff im Morgennebel, mal zeichnet sich seine Silhouette gegen die Abendsonne ab. An manchen Tagen wirkt die Förde ruhig und fast still, nur wenige Stunden später prägen große Schiffe, Möwen und der Wind das Bild.






